Unter dem Titel „Das Bedingungslose Grundeinkommen ist die Kapitulation vor der Zukunft“ hat sich die SPD-Politikerin Yasmin Fahimi zu einem Thema geäußert, von dem sie offenbar nichts versteht. (Hannoversche Allgemeine vom 12.06.2018)

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Der Beitrag ist voller Widersprüche, und die ergeben sich aus offensichtlicher Unkenntnis der Dinge, über die Frau Fahimi schreibt.

Sie setzt grundsätzlich den Begriff „Arbeit“ mit „Erwerbsarbeit“ gleich. Zwar greift sie das Versprechen des BGE auf:

„Gleichzeitig könnten mit der so verstandenen neuen Freiheit auch neue Kreativität und Aktivität entstehen, jenseits der Erwerbsarbeit.“

bezeichnet dies aber sofort als „Irrglaube“ und fährt fort:

„Die reine Alimentierung von „Ungebrauchten“ zerrüttet die Moral.“

Nach Ihrem Verständnis sind also alle, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen, sondern sich anderen nützlichen Tätigkeiten widmen, „Ungebrauchte„. Ihr Menschenbild rundet sie ab mit der Feststellung

„Mit der vermeintlich „neu gewonnene Freiheit“ bleibt der einzelne letztlich sich selbst überlassen und damit zurückgeworfen auf die rein individuellen Potenziale. Wird also … neue Kreativität und Entfaltung des Einzelnen geschaffen? Für mich gibt es keinen Grund an eine solche massenhafte Selbstaktivierung zu glauben.“

Stattdessen hält sie den Konfutius-Spruch – „Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“ – für die glaubhaftere Utopie.

Natürlich behauptet Frau Fahimi auch das, was die Politik derzeit mantraartig wiederholt:

„Die Arbeit wird uns nicht ausgehen.“

Nur so kann man schließlich seinen Träumen nachhängen, dass die altbewährten Rezepte von Arbeitskampf und staatlicher Intervention weiterhin fruchten werden.

Dass die Autorin sich mit der Idee des BGE nicht auseinandergesetzt hat, ist ja normal. Wer informiert sich heutzutage schon über Dinge, zu denen er etwas sagt? Ihre Unkenntnis äußert sich beispielsweise in der Behauptung:

„Darüber hinaus gehende ausdifferenzierte soziale Leistungen in besonderen Lebenslagen sind nicht vorgesehen, zum Beispiel für behinderte oder chronisch kranke Menschen.“

Es gibt aber kein ernst zu nehmendes Grundeinkommensmodell, in dem solche Leistungen ausgeschlossen werden. Auch die Aussage:

„Die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gerät in eine Schieflage sobald Arbeit zunehmend als Nebentätigkeit zum Grundeinkommen betrachtet wird.“

beweist, dass die Autorin das Prinzip des BGE nicht verstanden hat.

Mein Rat: Einfach mal ein Buch lesen!